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Stellungnahme der Deutsch-Syrischen Gesellschaft zum Abzug der amerikanischen Soldaten aus Syrien


Die Ankündigung des amerikanischen Präsidenten, seine etwa 2000 Soldaten aus Syrien zurückzuziehen, hat im In- und Ausland für große Aufregung gesorgt.

 

Abgesehen davon, dass es in den USA viele Kräfte gibt, welche der Meinung sind,  alles was Trump tut oder sagt sei  falsch oder unsinnig und ihm jegliche Kompetenz und Fähigkeit, kluge Entscheidungen zu treffen absprechen, ist diese Entscheidung ist m.E. richtig und klug, auch wenn er selbst nicht alle Besonderheiten realisierte.

 

Die Gründe dafür sind folgende:

 

Die Gründe dafür sind folgende:

 

1- Die Tatsache, dass diese Soldaten sich in einem souveränen UNO Mitgliedstaat ohne deren Zustimmung befinden, stellt einen eklatanten Bruch des Völkerrechtes dar. Die USA kann sich als Weltmacht und „Garant der Weltordnung“ eine solche Verletzung der UNO Charta nicht leisten.

 

2- Die Größe und Stärke der Truppen ist so gering, so dass sie im Ernstfall nicht in der Lage sind , sich gegen Angriffe von verschiedenen Feinden zu wehren und somit das Leben der amerikanischen Soldaten unmittelbar gefährden.

 

3- Der angebliche Zweck für ihre Präsenz, nämlich die Bekämpfung des „Islamischen Staats“, ist faktisch seit längerer Zeit nicht mehr gegeben, da dieses „Phantomgebilde“ weitgehend geschlagen ist. Es ist aber nicht außer Acht zu lassen, dass sich die versprengten Gruppen und Einzelmitglieder des IS durchaus wieder zusammenschließen können, sofern dafür günstige Umstände vorliegen. Dis zu verhindern sollte aber längerfristig keine Aufgabe der USA sein.

 

4- Die kurdischen Einheiten, die sie unterstützen und beschützen, stellen gleichzeitig einen Todfeind für ihren wichtigsten NATO Verbündeten, die Türkei, dar. Insoweit muss sich die USA unmissverständlich zwischen den kurdischen Einheiten, die sie auf lange Sicht eigentlich nicht benötigen, und der Türkei, positionieren. Das Taktieren der USA wird seitens der Türkei nicht mehr akzeptiert.

 

5- Die Türkei ist wild entschlossen, die kurdischen Einheiten aus deren Grenze in Syrien zu bekämpfen und zu vertreiben. In diesem Fall werden sie unweigerlich auf die amerikanischen Soldaten stoßen, was dazu führen kann, dass eine direkte Konfrontation zwischen beiden Staaten stattfindet. In diesem Fall wird die NATO die Türkei für immer verlieren und quasi zur Verbündeten von Russland machen.

 

6- Trump weiß ganz genau, dass sich in diesem Fall die Türkei endgültig an Russland wenden und somit die NATO in einem erheblichen Maße schwächen wird. Die Türkei ist nicht irgendein, sondern das zweitstärkste Mitglied in der NATO und ihre geographische Lage zu Russland gibt ihr eine besondere Bedeutung. Aus diesem Grund wollte Trump die Türkei, welche in den letzten Jahren und Monaten mit den Russen auf allen Ebenen intensiv kooperiert hat, auch militärisch (SS 400 Raketen), wieder in die NATO zurückholen, um Russland zu schwächen.

 

7- Trump spekuliert darauf, dass es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen der Türkei auf der einen Seite und Iran und Russland auf der anderen Seite kommen wird. Russland und Iran bauen darauf, dass die syrische Armee das Vakuum ausfüllen wird, während die Türkei dies durch oppositionelle Kräfte, welche zugleich türkische Gefolgsleute sind, erreichen will. In diesem Fall wird die Türkei die Unterstützung der USA benötigen um ein Nato-basiertes Gleichgewicht herzustellen.

 

Was wird nach Abzug der amerikanischen Soldaten aus Syrien geschehen?

 

Alles hängt von Motivationen, Möglichkeiten und Plänen Erdogans ab.

 

Der amerikanische Präsident Trump wird Herrn Erdogan freie Hand geben, sich ungestört in Syrien zu bewegen. Er wird ihn bestimmt gewisse „Rote Linien“ aufzeigen. Erdogan wird die Kurden in Syrien nicht massiv angreifen, wie er immer ankündigte, sondern sie aus bestimmten Gebieten vertreiben und somit deren Einfluss in diesen Regionen stark einschränken. Die syrische Armee wird versuchen, dieses Vakuum zu füllen.

 

Aber eine der wichtigsten Ambitionen von Erdogan ist, seit Beginn der Aufstände in Syrien im Jahr 2011, eine sog. Sicherheitszone einzurichten. Diese Zone will er durch seine syrische Gefolgschaft „Freie Syrische Armee“ kontrollieren lassen, um somit ein großes Gebiet in Syrien indirekt unter seiner Herrschaft zu halten. In diesem Fall würde die Türkei theoretisch als einziges Mitglied der damaligen Koalition gegen die syrische Regierung (die Freunde Syriens) als Gewinner aus diesem Krieg hervorgehen.

 

Dieser Plan wird vom Iran, vor allem aber von Russland, genau beobachtet. Beide Länder haben sich massiv in diesen Konflikt eingemischt und viele Opfer erlitten. Insbesondere die russische Intervention im September 2015 war der entscheidende Schritt, dass dieser Krieg militärisch zu Gunsten des syrischen Staats entschieden wurde.

 

Neben der syrischen Armee sind Iran und Russland mit Sicherheit nicht bereit, das Feld allein Erdogan und Trump zu überlassen. Sie werden warten und beobachten, wie weit Herr Erdogan sich an seine Vereinbarungen mit ihnen, was die Souveränität Syriens als Ganzes anbetrifft, gebunden fühlt und die umsetzen wird.

 

Putin möchte auch Erdogan auf seine Seite ziehen und ihn nicht erneut gänzlich der NATO überlassen. Deswegen behandelt er ihn sehr behutsam.

 

Erdogan wird von allen Seiten geschmeichelt und angeworben, aber auch mit Skepsis und Vorsicht von allen Akteuren beobachtet. Da er bekanntermaßen unberechenbar ist,  bleibt die Entwicklung  in diese Region in den nächsten Wochen und Monaten sehr schwer abzuschätzen.

 

Für den Vorstand der Deutsch-Syrischen Gesellschaft e.V.

Dr. Salem El-Hamid, Generalsekretär


Wir über uns


Die Deutsch-Syrische Gesellschaft wurde 1994 unter Mitwirkung des bekannten Politikers, Hans-Jürgen Wischnewski gegründet, der auch das Amt des 1. Vorsitzenden übernahm. Sein Stellvertreter wurde der damalige Vizepräsident des Deutschen Bundestags, Herr Hans Klein. Darüber hinaus gelang es, zwei weitere Mitglieder des Deutschen Bundestages für Vorstandsaufgaben zu gewinnen.

Im Jahre 1999 übernahm Herr Dr. Olaf Feldmann den Vorsitz der Gesellschaft, da Herr Wischnewski aus Altersgründen ausschied und fortan bis zu seinem Tode als Ehrenmitglied der Gesellschaft nahe stand. Bis zum Umzug des Deutschen Bundestages nach Berlin verfügte die Deutsche-Syrische Gesellschaft auch unter Vorsitz von Herrn Dr. Feldmann über drei Bundestagsabgeordnete im Vorstand. Der aktuelle Vorstand wird hier vorgestellt.

Die Deutsch-Syrische Gesellschaft zählt 70 Mitglieder und ca. 430 Freunde. Die zahlreichen Aktivitäten, wie politische Vorträge, Seminare, kulturelle Veranstaltungen und Kunstausstellungen sind mit jeweils durchschnittlich 150 bis 250 Gästen sehr gut besucht.

Ihre Hauptziele sieht die Gesellschaft in der Förderung der Völkerverständigung mit Abbau von Vorurteilen und der Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Syrien.

Dr. Salem El-Hamid

 

Aleppo, Hama, Palmyra
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NEUES BUCH: "Vom Euphrat an den Rhein"


Liebe Freunde der DSG,

wir weisen auf die Buchveröffentlichung des Generalsekretärs der Deutsch-Syrischen Gesellschaf hin mit dem Titel: "Vom Euphrat an den Rhein". wir werden über Lesungen und weitere Termine auf dem Laufenden halten.

Das Buch oist bereits im handel erhältlich