Die Rolle der Medien im Syrischenkonflikt            Dienstag den 03.07.2012 in Bonn

Olaf Kretschmann, Christopf Hörstel, Friedrike Beck


Begrüßungswort von Dr. Salem El-hamid (Generalsekretär der DSG):


Olaf Kretschmann „Heimlich in Homs" - Analyse einer ARD-Reportage

Olaf Kretschmann „Heimlich in Homs" - Analyse einer ARD-Reportage Wie Berichterstattung aus Krisengebieten
der öffentlich-rechtlichen Medien zur Meinungsbildung in Deutschland beiträgt und die Programmverantwortlichen mit offener sowie kritischer Auseinandersetzung ihrer Zuschauer umgehen.
Mit viel Liebe zum Detail wird im Rahmen einer spannenden Medienanalyse aufgezeigt, wie auch die ARD im Fall von Syrien mit
Bildmaterial und Aussagen einen gezielten Grundaussage-Kontext so formt, dass dieser als "seriöse" und "unabhängige Berichterstattung" beim Zuschauer verankert
wird, obwohl dies scheinbar nicht der Fall ist.
Am Beispiel der ARD-Reportage "Heimlich in Homs" wird in bisher noch nie da gewesener Form aufgezeigt, wie auch bei GEZfinanzierten
Reportagen nicht die Komplexität der tatsächlichen Ereignisse darstellt werden, sondern gezielte mediale Inszenierung stattfinden. Bei kritischer
Analyse dieser werden mehr Fragen aufgeworfen als Antworten geliefert.
Die rund 60-minütige Analyse fesselt so sehr, dass danach ein neuer Blick auf unsere mediale Berichterstattung für jeden Zuschauer entstehen könnte.



Christoph Hörstel, Regierungs- und Unternehmensberater, Publizist „Syrien - Lage und Aussichten"

Christoph Hörstel, Regierungs- und Unternehmensberater, Publizist „Syrien - Lage und Aussichten"
Syrien nimmt im „Arabischen Frühling“ eine Sonderstellung ein. Seit nunmehr 15 Monaten wird das Land von schweren Unruhen heimgesucht. 2012 hat Syrien das
Ende des Einparteiensystems und Wahlen gebracht, die den Beginn besserer Zeiten einläuten helfen könnten. Die Unterstützung
aus China, Russland und Iran ist bislang ungewohnt hartnäckig. Wie selten zuvor gibt es einen intensiven Streit über die
Berichterstattung zum Geschehen. Der Vortrag zeigt Hintergründe und bietet bislang wenig oder ganz unbekannte Informationen
aus syrischen und internationalen Quellen – und wagt eine Prognose.

Christoph Hörstel beruft sich als ausgesprochener Kenner der Materie nicht auf häufig zitierte, zweifelhafte Quellen. Er
berichtet aus eigener Erfahrung und Recherche heraus. Dem Zuhörer gewährt er somit nicht alltägliche Einblicke in das Geflecht des Syrienkonflikts.



Friederike Beck, Freie Journalistin, Buchautorin und Übersetzerin „Informationskrieg um Syrien? Die Rolle einer internationalen Kampagnen- und Spendenorganisation AVAAZ.“

Friederike Beck, Freie Journalistin, Buchautorin und Übersetzerin „Informationskrieg um Syrien? Die Rolle einer internationalen Kampagnen- und Spendenorganisation AVAAZ.“
Friederike Beck analysiert in ihrem Vortrag die Strukturen und Ziele von „Avaaz“, eine ca. 14 Millionen „Mitglieder“ starke, auf vier
Kontinenten aktive NGO mit Sitz in New York. Hinter den hohen Zielen der Organisation, wie z.B. „Rettet die Bienen“, „Schützt unsere Ozeane“ und „Schützt
Syriens Kinder, jetzt!“ steht eine Organisation, deren Gründer und führende Köpfe einer näheren Betrachtung wert sind.
Plakative Überschriften mit drastischen Bildern und kurzen, reißerischen Texten bieten online die Möglichkeit, Petitionen zu
unterzeichnen und Geld zu spenden. Avaaz fiel durch dramatische Aufrufe gegen Gadaffi (und somit für die Rebellen) auf.
„Avaaz ist ein weltweites Kampagnen- Netzwerk, das mit Bürgerstimmen politische Entscheidungen beeinflusst“. So erklärt sich
Avaaz selbst und stellt sich als ein (weltweit und multilingual arbeitendes) Sprachrohr für jedermann dar.
Dass diese Organisation möglicherweise durchaus nicht nur als eine idealistische, moralische Instanz mit einem selbstlosen
Interesse an der Veränderung von Lebensumständen oder Umweltbedingungen zu sehen ist, sondern noch ganz andere Ziele verfolgt, das entgeht nicht nur dem
ersten, sondern auch häufig dem zweiten Blick. Friederike Beck beschreibt die Organisation in brillanter Manier.



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